Woran Du die richtigen Kanäle für Dein Marketing erkennst – und woran nicht

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Früher, als man als Solo-Unternehmer eine Tafel vor die Ladentür gestellt und darauf geschrieben hat, welches Produkt gerade im Angebot ist, da war die Welt noch in Ordnung. Der Aufwand für das eigene Marketing war überschaubar, und die Kunden kamen.

Heute sieht das anders aus. Wer den Versuch wagt und sich in das Thema „Marketing für Solo-Unternehmer“ einliest, bekommt haufenweise Ratschläge, welche Marketing-Kanäle bespielt werden müssen, um von den Kunden gefunden zu werden: Wenn sie online tätig sind, sollen Solo-Unternehmer eine Webseite haben, bloggen, auf Facebook aktiv sein, Videos für youtube aufnehmen, Fotos auf Instagram und Pinterest posten, podcasten, twittern und Webinare halten. Sind sie klassisch offline tätig, sollen sie außerdem noch Flyer drucken, Anzeigen schalten und Interviews geben. Mindestens.

Ganz ehrlich? Der erste Gedanke, den ich habe, wenn ich sowas lese, ist: Einen Scheiß muss ich.*

Nicht etwa, weil ich beratungsresistent sei, nein 😉 . Sondern weil ich weiß, dass solche Ratschläge vor allem eins sind: Wichtigtuerei. Sie klingen zwar total dringlich, aber sie haben keine echte Substanz. Denn sie ignorieren eine elementare Grundlage in der Kommunikation: Die Unterscheidung von Sender und Empfänger, Botschaft und Kanal. Kommunikation ist dann erfolgreich, wenn diese vier Elemente zusammenkommen und eine Wirkung eintritt – sprich: Wenn der Sender dem Empfänger über einen bestimmten Kanal eine Botschaft mitteilt, und diese auch verstanden wird. Im Zentrum der Kommunikation steht also die Botschaft. Der Kanal ist „nur“ das Mittel, um sie zu übertragen.

Genug Theorie, zurück zur Praxis: Wenn Du willst, dass Dein Marketing Dein Business unterstützt, wenn Du willst, dass es zu Dir und Deinem Business passt, wenn es Dir ermöglichen soll, Dich mit Deinem Angebot so zu präsentieren, dass Deine potenziellen Kunden auf den ersten Blick erkennen, wie sie von der Zusammenarbeit mit Dir profitieren können, dann stell‘ nicht den Marketing-Kanal in das Zentrum Deiner Überlegungen, sondern die Botschaft, Dich und Deine Kunden:

Wähle den Marketing-Kanal, der zu Deiner Botschaft passt

Das bedeutet zuerst einmal, dass Du Dir darüber klar sein solltest, mit welcher Botschaft Du in die Welt gehen möchtest. Wer bist Du, wofür stehst Du? Finde eine klare Aussage über Dich und Dein Angebot. So wie Coca-Cola mit „Happiness“. Oder BMW mit „Freude am Fahren“. (Wenn Du mit mir arbeitest ist das Finden der Marketing-Botschaft ein zentraler Bestandteil.)

Steht Dein Business für Spaß und Unterhaltung? Oder für fürsorgliche Zuwendung? Oder erweitert es den Horizont Deiner Kunden? Finde Marketing-Kanäle, in denen der Charakter Deines Businesses zur Geltung kommen kann.

Wähle den Marketing-Kanal, der zu Dir passt

Wenn ein Kanal für einen anderen Solo-Unternehmer gut funktioniert, dann heißt das: Der Kanal funktioniert für diese Person gut. Es heißt aber nicht zwangsläufig, dass er für Dich genauso gut funktioniert.

Auch wenn ein Kanal der neue Hype ist und nur „in ist, wer drin ist“, gelten trotzdem noch immer die Gesetze des Kanals, z.B. welcher Umgangston dort herrscht oder wie oft Du Dich zeigen solltest, um nicht unterzugehen. Wenn Du Dich dafür verbiegen musst, wirst Du Dich einfach nicht gut präsentieren. Werde stattdessen in Kanälen sichtbar, in denen Du Dich wohlfühlst.

Wähle den Marketing-Kanal, der zu Deiner Zielgruppe passt

Nichts ist frustrierender und kostet mehr Kraft, als lauthals zu rufen, ohne dass es jemand hört. Deshalb schau‘, wo sich Deine Kunden aufhalten. In Facebook, im Wartezimmer des Zahnarztes, auf der Spielplatz-Bank? Werde dort sichtbar, wo Deine Kunden sind.

Ja, Solo-Unternehmer werden förmlich überschwemmt von Ratschlägen, welchen Marketing-Kanal sie unbedingt bespielen sollten. Und ja, die Sehnsucht nach leichten Antworten und schnellem Erfolg ist groß. Aber: Es gibt keine One-Size-Fits-All-Lösung!

Welcher Marketing-Kanal der richtige für Dich ist, hängt von Deiner Botschaft, von Dir und von Deinen Kunden ab. Deshalb kann kein Ratgeber, kein Coach und auch kein Guru entscheiden, welcher Kanal für Dich passt. Das kannst nur Du selbst! Und dann geh‘ los und zeig‘ Dich!

*Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blog-Parade „Einen Scheiß muss ich – Warum man nicht jeden Trend mitmachen muss“ von Federführend Media. Die Blog-Parade läuft noch bis zum 31. August. Mach‘ doch auch mit!

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Jana Schulz

Jana Schulz

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3 Kommentare zu „Woran Du die richtigen Kanäle für Dein Marketing erkennst – und woran nicht“

  1. Liebe Jana,
    erst mal natürlich ein dickes Dankeschön, dass du bei der Blogparade mitmachst, ich hab mich riesig darüber gefreut!

    Mit deinem Artikel sprichst du mir aus der Seele. Ich muss mir da an die eigene Nase fassen, weil ich auch mal gemeint hab, ich müsste überall präsent sein. Aber das kann man als Solopreneur ja fast gar nicht. Inzwischen bespiele ich nur die Kanäle, auf denen ich mich wohlfühle – überwiegend Facebook (Zielgruppe) und Twitter (Influencer/Multiplikatoren). Den Rest mach ich sporadisch, wie ich grade Lust habe. Ich schaue mir neue Trends nach wie vor gerne an, weil ich einfach neugierig bin. Aber ich kann mich dann auch ganz entspannt zurücklehnen und sagen „jaja, macht ihr mal, meins ist das nicht“. 😉

    Liebe Grüße und ein zauberhaftes Wochenende
    Elke

  2. Pingback: Blogparade „Einen Scheiß muss ich“ – es war ein Fest! - Federführend Media

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